Teil 1 · 15 Minuten
Sofort ausprobieren
- 5 Min.Füll die Ausgangslage aus. Ehrlich, in Stichpunkten.
- 3 Min.Gib sie mit dem Prompt in die KI.
- 7 Min.Beantworte die fünf Fragen, die zurückkommen. Danach ist deine strategische Frage schärfer als vorher.
Ausgangslage prüfen
Hier ist die Ausgangslage für eine Strategieentscheidung: Produkt: [Was es tut, für wen, seit wann] Ziel: [Eine Kennzahl, ein Zeitraum] Zielgruppe heute: [Segment, Anteil am Umsatz] Positionierung: [Warum Kunden uns wählen] Grenzen: [Team, Budget, Verträge, Technik] Strategische Frage: [Die Entscheidung, die ansteht] Was wir sicher wissen: [Daten mit Quelle] Was wir vermuten: [Annahmen] Prüfe diese Ausgangslage. Wo widersprechen sich Ziel, Zielgruppe und Grenzen? Welche Punkte unter „Was wir sicher wissen“ sind in Wahrheit Vermutungen? Stelle mir die fünf Fragen, die ich klären muss, bevor wir Optionen entwickeln.
Teil 2 · Fünf Schritte
Sauber vorgehen
Für Entscheidungen, die halten. Zu jedem Schritt ein Praxistipp und ein Prompt zum Kopieren.
- Frage stellenEntscheidung und Zeitraum
- OptionenDrei echte Alternativen
- Annahmen prüfenBelegt, plausibel, offen
- MemoEntscheidung zuerst
- ErklärenEin Kern, vier Fassungen
Schritt 1: Die strategische Frage stellen
„Wir brauchen eine Produktstrategie“ ist kein Auftrag. Eine gute strategische Frage hat eine Entscheidung und einen Zeitraum. Zum Beispiel: „Bleiben wir in den nächsten 18 Monaten bei Agenturen, oder gehen wir in den Mittelstand?“
Praxistipp: Die Ausgangslage aus dem Schnellstart ist deine Vorlage für jeden Strategie-Chat. Speichere sie und setz sie immer an den Anfang. Besonders wertvoll ist die Trennung von „sicher wissen“ und „vermuten“.
Schritt 2: Drei echte Optionen
Drei Varianten derselben Idee mit unterschiedlichem Tempo sind keine Strategie-Optionen. Echte Optionen unterscheiden sich darin, worauf ihr verzichtet.
Roadmap-Szenarien
Entwickle 3 unterschiedliche Roadmap-Szenarien für [QUARTALSZIEL ODER STRATEGISCHE FRAGE]. Für jedes: Fokus, erwartete Wirkung, was bewusst nicht gemacht wird, Hauptrisiko, messbares Signal und benötigte Entscheidung. Eines der drei Szenarien soll das Gegenteil von dem sein, was wir gerade planen.
Praxistipp: Setz die Ausgangslage aus dem Schnellstart über den Prompt. Ohne sie bekommst du Optionen, die für jedes beliebige Unternehmen passen würden.
Schritt 3: Annahmen prüfen
Jede Option steht auf Annahmen über den Markt, eure Fähigkeiten und eure Kunden. Lass sie auflisten und sortiere sie in drei Gruppen: belegt, plausibel, offen. Die offenen Annahmen sind deine Discovery-Aufträge für die nächsten Wochen, siehe Product Discovery mit KI.
Annahmen sortieren
Liste für jede dieser Optionen die Annahmen auf, auf denen sie beruht, getrennt nach Markt, eigenen Fähigkeiten und Kunden: [OPTIONEN]. Markiere jede Annahme als „belegt“ (nenne die Quelle aus meinen Angaben), „plausibel“ oder „offen“. Erfinde keine Quellen. Nenne zum Schluss die drei offenen Annahmen, von denen die Entscheidung am stärksten abhängt.
Praxistipp: Marktgrößen, Preise und Funktionen von Wettbewerbern aus einer KI-Antwort sind nie ungeprüft strategiefähig. Für den Wettbewerb nutzt du den Prompt 17 Wettbewerb als Hypothesen und prüfst jede Hypothese an Quellen, die du selbst öffnest.
Schritt 4: Die Entscheidung als Memo
Strategieentscheidungen trifft selten die Person, die sie vorbereitet. Ein einseitiges Memo, das mit der Entscheidung beginnt, lässt sich in einem Termin entscheiden.
Leadership-Entscheidung
Formuliere ein einseitiges Entscheidungs-Memo für das Leadership-Team zu [THEMA]. Beginne mit der Entscheidung, dann Kontext, Empfehlung, Optionen, Trade-offs, Risiken und konkreter Entscheidungsfrage.
Praxistipp: Lass die KI vorher ein Pre-mortem machen: Die Strategie ist in einem Jahr gescheitert, woran lag es? Die drei plausibelsten Gründe kommen als Risiken ins Memo, jeweils mit einem Frühwarnsignal.
Schritt 5: Für jede Zielgruppe erklären
Eine Strategie wirkt erst, wenn sie verstanden wird. Und jede Abteilung will etwas anderes wissen:
| Zielgruppe | Will wissen |
|---|---|
| Geschäftsführung | Wirkung auf Umsatz und Risiko, Kosten, welche Entscheidung jetzt nötig ist |
| Entwicklung | Was sich an der Arbeit ändert, was wegfällt, welche technischen Weichen kommen |
| Vertrieb | Welchen Kunden wir was versprechen können, und welchen nicht mehr |
| Support | Welche Fragen kommen werden und wie die Antworten lauten |
Strategisches Narrativ
Formuliere je ein strategisches Narrativ für Geschäftsführung, Entwicklung, Vertrieb und Support zu [PRODUKTSTRATEGIE]. Halte Kernbotschaft und Fakten gleich, variiere Relevanz, Nutzen und erwartete Entscheidung. Jede Fassung maximal 150 Wörter.
Praxistipp: Leg die vier Fassungen nebeneinander. Unterscheiden sich die Fakten, ist die Strategie noch nicht klar genug. Das ist der beste Test, den ich kenne.
Für Heads of Product: So wird es Teamstandard
- Eine Ausgangslage, die alle kennen. Sie liegt an einem Ort und wird jedes Quartal aktualisiert.
- Annahmen mit Prüfdatum. Jede offene Annahme hat eine Person und ein Datum, bis wann sie geklärt ist.
- Strategie in vier Fassungen. Jede Abteilung bekommt ihre Version, alle mit denselben Fakten.
Die Strategie ist da, aber jede Abteilung erzählt sie anders? Das ist der Kern meiner Arbeit als Interim CPO. Ob ein Interim-Mandat passt, rechnest du mit dem Interim-CPO-Rechner durch, oder wir sprechen 30 Minuten.
Alle Strategie-Prompts: Priorisierung und Strategie (11 bis 17)